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AK: Europa auf Schiene – Verkehrsministerrat muss wirtschaftspolitische Weichen stellen

Wien (OTS) – Im heutigen Verkehrsministerrat hat Bundesminister Hanke
die
wirtschaftliche Relevanz der europäischen Bahnindustrie hervorgehoben
und einen EU-Wirtschaftsstrategie für diese innovative Branche
gefordert. Die AK unterstützt diese Forderung. „ Im März 2025 hat
Verkehrskommissar Tzitzikostas den ‚Automotive Industrial Action
Plan‘ präsentiert. Nun braucht es auch für die Bahnindustrie eine
europäische Wirtschaftsstrategie, die klare Leitlinien und Maßnahmen
für Finanzierung, sowie für die Industrie- und Beschäftigungspolitik
definiert “, fordert Lukas Oberndorfer, Leiter der Abteilung Klima,
Umwelt und Verkehr der AK Wien.

Strategie für Europas Bahnindustrie

Anlässlich der von der Westbahn GmbH gemieteten Züge des
chinesischen Herstellers CRRC, ist die Debatte über die Notwendigkeit
einer europäischen Bahnindustriestrategie in den Vordergrund gerückt.
Fehlende europäische Strategien, insbesondere hinsichtlich
Zukunftstechnologien, wie etwa bei Photovoltaik und Batterien, haben
maßgeblich zur aktuellen Industriekrise beigetragen. Es wäre ein
fatales Zeichen, diesen Fehler in der Bahntechnologie zu wiederholen.

Nicht nur in Österreich, sondern auch auf europäischer Ebene ist
die Bahnindustrie eine stille Heldin: Die europäischen Bahnindustrie
erzielt einen Umsatz von 45,8 Milliarden Ꞓ jährlich und beschäftigt
europaweit rund 650.000 Menschen.

Europäische Investitionen in die Schiene

Vor diesem Hintergrund eröffnet der Vorstoß von Bundesminister
Hanke, eine aktive europäische Wirtschaftspolitik zugunsten der
Bahnindustrie einzufordern, eine wesentliche Chance für die gesamte
europäische Bahnbranche. Studien zeigen, dass zur Erreichung der
europäische Verkehrsziele bis 2050 550 Milliarden in die Schiene und
jährlich 46 Milliarden Euro neue Züge investiert werden müssen. „
Jetzt geht es darum, wer davon profitieren kann und sich als
Bahnfabrik Europas positioniert “, so Oberndorfer. „ Das Ziel muss
sein, diese Chancen durch ausreichende Budgetmittel für den Ausbau
des EU-Schienennetzes („Connecting Europe Fazilität“) zu heben.
Gleichzeitig müssen diese Investitionen verbindlich an europäische
Wertschöpfungskriterien, sowie an soziale und ökologische Standards
geknüpft werden“, so Oberndorfer und ergänzt: „ Aufgrund der starken
Position unserer Bahnindustrie schafft jeder in der EU investierte
Euro überproportional Nachfrage in Österreich und damit gute und
zukunftsfähige Beschäftigung für unsere Mitglieder. “

Die Bahn als Lokomotive für eine zukunftsfähige
Wirtschaftspolitik

Die europäische Bahnindustrie verfügt aktuell noch über die
weltweite Technologieführerschaft. Verbunden mit der starken Rolle
der öffentlichen Hand im Bereich der Bahn kann der Sektor eine
Lokomotive für weitere Zukunftstechnologien werden. Durch
entsprechende Vergabekriterien könnte die öffentliche Hand etwa die
von der Industrie dringend benötigten Leitmärkte für grünen Stahl
forcieren.

Die Stärkung der heimischen Bahnindustrie setzt nicht nur
wirtschafts- und beschäftigungspolitisch positive Impulse in Europa,
sondern bildet die industrielle Basis für eine sozialgerechte und
ökologische Mobilitätswende auf der Schiene.