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AK zum Schulversuch sechsjährige Volksschule: Gerechtere Schule geht besser

Wien (OTS) – Die Arbeiterkammer begrüßt jede Initiative, die längere
gemeinsame
Lernzeiten in der Pflichtschule ermöglicht. Ilkim Erdost, AK Wien
Bereichsleiterin Bildung: „Es ist pädagogisch nachgewiesen, dass
kontinuierliches gemeinsames Lernen die Entwicklung der
Grundkompetenzen fördert und auch ein wichtiger Beitrag für mehr
Chancengleichheit und gegen die frühe soziale Selektion im
Bildungssystem ist.“ Allerdings, so Erdost, sind dafür keine neuen
Schulversuche nötig. „Die Vorteile längerer gemeinsamer Lernphasen
sind seit Jahren wissenschaftlich nachgewiesen und international
erprobt.“ Statt einer sechsjährigen Volksschule, die ein Fremdkörper
im bestehenden System wäre, wäre aus Sicht der AK die gemeinsame
Schule der Zehn- bis Vierzehnjährigen besser umsetzbar.

Länder, die Trennung und Auslese der Schüler:innen erst zu einem
späteren Zeitpunkt vornehmen, erzielen in internationalen Vergleichen
regelmäßig bessere Ergebnisse, erinnert Erdost. In diesen
Schulsystemen wird der Lernprozess nicht unnötig unterbrochen,
sondern stetig qualitativ fortgeführt. Erdost: „Das wäre auch in
Österreich möglich. Eine sechsjährige Volksschule hat zusätzlich
Schnittstellen- und Übergangsprobleme, die den Schüler:innen auf den
Kopf fallen können. Daher ist diese Gemeinsame Schule Light eher nur
politisch und nicht unbedingt inhaltlich erklärbar.“

Besser wäre es, innovative und bereits existierende Modelle zu
stärken. „In Schulclustern und anderen innovativen Schulprojekten
werden vergleichbare Formen des längerfristigen gemeinsamen Lernens
bereits heute erfolgreich praktiziert“, so Erdost. „Dazu zählen
beispielsweise Kooperationsmodelle zwischen Volks- und Mittelschulen,
in denen eine enge Zusammenarbeit und Begleitung der Schülerinnen und
Schüler bis vierzehn Alltag sind.“

Die Arbeiterkammer spricht sich deshalb dafür aus, bestehende
bewährte Modelle für eine gerechtere Schule konsequent
weiterzuentwickeln und rascher breit umzusetzen, anstatt erneut auf
Schulversuche und langwierige Pilotphasen zu setzen, die im Resultat
negative Übergangserfahrungen für Schüler:innen beinhalten können.
Wesentlich bleibt, dass jedes Kind – unabhängig von Herkunft und
sozialem Status – Zugang zu nachhaltigen, chancengerechten
Bildungswegen erhält und die Grundkompetenzen sowie individuelle
Stärken entwickeln kann.