Gießen (OTS) – – Mit einem Preisgeld von einer Million Euro ist der
Broermann
Medical Innovation Award einer der höchstdotierten Medizinpreise der
Welt
– Auszeichnung für bahnbrechende Pionierarbeit auf dem Gebiet der
Krebstherapie mittels CAR-T-Zellen
– Feierliche Verleihung durch den hessischen Ministerpräsidenten
Boris Rhein
Die Jury des Broermann Medical Innovation Award (BMIA) zeichnet
Dr. Carl June (University of Pennsylvania) und Dr. Michel Sadelain (
Columbia University) für ihre wegweisende Forschungsarbeit auf dem
Gebiet der CAR-T-Zelltherapie aus. Der BMIA wird in diesem Jahr zum
ersten Mal verliehen. Mit einer Dotierung von einer Million Euro
zählt der Preis zu den höchstdotierten Auszeichnungen für
medizinische Forschung weltweit.
Eine Revolution in der Krebstherapie
Dr. Carl June (71) und Dr. Michel Sadelain (65) werden für ihre
Rolle bei der genetischen Manipulation von T-Zellen ausgezeichnet,
die Krebszellen angreifen und eliminieren. Dazu verwenden sie
synthetische Rezeptoren, sogenannte chimäre Antigenrezeptoren (
chimeric antigen receptors – CARs), die es den T-Zellen ermöglichen,
Krebszellen zu erkennen und zu vernichten. CAR-T-Zellen erzielen
erstaunliche Erfolgsraten bei Krebsarten wie Leukämie, Lymphomen und
Myelomen; bei weiteren Krebsarten befindet sich dieser neue Ansatz in
der Erprobungsphase. June und Sadelain haben durch ihre bahnbrechende
Arbeit ein völlig neues Kapitel in der Krebstherapie aufgeschlagen.
Dr. Carl June, Richard W. Vague Professor in Immunotherapy der
University of Pennsylvania, sagt: „Ich fühle mich zutiefst geehrt,
gemeinsam mit meinem geschätzten Kollegen Michel Sadelain den ersten
Broermann Medical Innovation Award zu erhalten. Diese Auszeichnung
würdigt nicht nur unsere jahrzehntelange Forschungsarbeit, sondern
vor allem das transformative Potenzial der CAR-T-Zelltherapie für
Krebspatienten weltweit.“
Dr. Michel Sadelain, Direktor der Columbia Initiative in Cell
Engineering and Therapy (CICET), sagt: „Die Verleihung des Broermann
Medical Innovation Award ist für mich eine außerordentliche Ehre und
Anerkennung für die revolutionäre Kraft der CAR-T-Zelltherapie.
Gemeinsam mit Carl June haben wir daran gearbeitet, das Immunsystem
in eine präzise Waffe gegen Krebs zu verwandeln. Unsere Arbeit
symbolisiert genau das, wofür der Broermann Award steht: medizinische
Durchbrüche, die das Leben von Patienten grundlegend verändern. Es
erfüllt mich mit großer Dankbarkeit zu wissen, dass unsere Forschung
dazu beiträgt, eine neue Ära der Krebsbehandlung einzuläuten und
Hoffnung für Patienten zu schaffen, die zuvor als unheilbar galten.“
Auswahlverfahren der renommierten Jury
Die Preisträger des Broermann Medical Innovation Award werden von
einer wissenschaftlich herausragenden Jury ausgewählt, die sich aus
neun hochrangigen Mitgliedern renommierter Institute zusammensetzt:
Prof. Dr. Werner Seeger (Chair des Broermann Medical Innovation Award
), Prof. Dr. Karsten Krüger (Mitglied des Präsidiums der Justus-
Liebig-Universität Gießen), Prof. Dr. Isabelle Bekeredjian-Ding (
Direktorin des Zentrums für Infektion, Entzündung und Immunität der
Universität Marburg), Prof. Dr. Britta Siegmund (Vizepräsidentin der
Deutschen Forschungsgemeinschaft), Prof. Dr. Stefan Offermanns (
Direktor des Max-Planck-Institutes für Herz- und Lungenforschung),
Prof. Dr. Otmar Wiestler (Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft),
Prof. Dr. Dr. Gerd Geißlinger (Direktor des Fraunhofer-Instituts für
Klinische Pharmakologie), Prof. Dr. Martina Brockmeier (Präsidentin
der Leibniz-Gemeinschaft), Dr. Jan Liersch (Geschäftsführer der
Broermann Holding GmbH). Unterstützt von einem Kreis internationaler
Gutachter:innen prüft das Komitee alle Nominierungen in einem
mehrstufigen Verfahren, das höchste wissenschaftliche Qualität und
Unabhängigkeit gewährleistet. Die Entscheidung basiert auf strengen
Auswahlkriterien.
Zu den Preisträgern
Dr. Carl June wurde 1953 in Denver, USA, geboren. Er promovierte
am Baylor College of Medicine in Houston, Texas, und erhielt seinen
PhD am Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle. Nach einer
wissenschaftlichen Karriere in der Navy gründete June 1999 das Center
for Cellular Immunotherapies (CCI) an der Universität Pennsylvania in
Philadelphia und baute eine interdisziplinäre Forschungsplattform für
zelluläre Immuntherapien auf. Er erhielt dort 2012 die renommierte
Richard W. Vague Professur.
Dr. Michel Sadelain wurde 1960 in Paris, Frankreich, geboren und
promovierte 1984 an der Universität Paris zum Doktor der Medizin. Er
erhielt seinen PhD 1989 an der Universität Alberta, Kanada, und
forschte dann als Postdoc am Whitehead Institute for Biomedical
Research des Massachusetts Institute of Technology (MIT). 1994
wechselte er an das Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New
York. Sadelain ist derzeit Direktor des 2024 gegründeten Zentrums
„Columbia Initiative in Cell Engineering and Therapy (CICET)“ in New
York und leitet dort innovative Zelltherapiekonzepte.
Die beiden Wissenschaftler wurden bis dato mit zahlreichen
wissenschaftlichen Preisen für ihre wegweisende Forschung und
Leistung in der Krebstherapie ausgezeichnet.
Premiere des Broermann Medical Innovation Award
Der Broermann Medical Innovation Award wurde im Jahr 2024 von Dr.
Bernard große Broermann, Namensgeber und Gründer der Asklepios
Kliniken, ins Leben gerufen. Bereits zu Lebzeiten zeichnete sich Dr.
große Broermann durch die Vision aus, ein innovatives
Gesundheitsunternehmen zu schaffen, das echten Nutzen für Menschen
stiftet. Unter seiner Leitung setzte Asklepios Maßstäbe in
medizinischer Innovation, investierte gezielt in modernste
Medizintechnik und digitale Lösungen und förderte so den Fortschritt
in der Patientenversorgung – Werte, die auch dem Broermann Medical
Innovation Award zugrunde liegen. Mit dem Preis lebt seine Vision
weiter und unterstreicht über seine Lebenszeit hinaus das Engagement,
das in seiner Stiftung fortwirkt. Der Preis ist mit einer Rekordsumme
von 1 Million Euro dotiert. Die feierliche Verleihung findet in der
Hessischen Staatskanzlei in Wiesbaden statt, den Preis überreicht der
hessische Ministerpräsident Boris Rhein.