Wien (OTS) – Die aktuellen Arbeitsmarktzahlen zeichnen ein klares
Bild der
angespannten wirtschaftlichen Lage. Im Februar waren 436.160 Personen
arbeitslos gemeldet oder befanden sich in Schulung, was einen Anstieg
um 6.220 Personen im Vergleich zum Vorjahr bedeutet (1,4 Prozent).
Die Arbeitslosenquote beträgt 8,3 Prozent.
„Der Industrie- und Arbeitsstandort Österreich ist weiterhin mit
schwierigen Rahmenbedingungen konfrontiert. Es braucht Maßnahmen, die
unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit wieder festigen, es geht
um eine Standortstärkung mittels einer konsequenten Umsetzung der
Industriestrategie und einer deutlichen Senkung der Lohnnebenkosten.
Österreich hält im internationalen Vergleich weiterhin einen der
Spitzenplätze bei der Belastung des Faktors Arbeit. Der Abgabenkeil
auf Arbeit beträgt laut OECD 47 Prozent in Österreich. Der
durchschnittliche Abgabenkeil innerhalb der OECD-Länder liegt nur bei
34,9 Prozent – somit gäbe es mindestens 12,1 Prozent Potential für
etwaige Abgabensenkungen. Die Niederlande haben beispielsweise einen
Abgabenkeil von 35,1 Prozent. Wie Eco Austria bereits per Studie
publiziert hat, ermöglicht eine Lohnnebenkostensenkung, durch
Abschaffung des Familienlastenausgleichsfonds-Beitrages (3,7 Prozent
beträgt der FLAF-Beitrag aktuell für Unternehmen) und gleichzeitiger
Finanzierung mittels Bundesbudget, eine Belebung der Wirtschaft, ein
Wachstum des realen BIP um circa ein Prozent und eine erhöhte
Arbeitskräftenachfrage um rund 40.000 Beschäftigte. In Zeiten der
Krise ist es entscheidend, solche Hebel ideologiebefreit zu
diskutieren und zu nutzen. Der finanzielle Spielraum ergibt sich, wie
ebenfalls in der Studie analysiert, in Effizienzgewinnen in der
Verwaltung und nicht durch neue Abgaben“, hält Christoph Neumayer,
Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), anlässlich der
heute veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen fest.
Zudem stehen eigenkapitalstärkende und investitionsfördernde
Maßnahmen, wie eine „Superabschreibung“, auf der kurzfristigen
Agenda. „Die Industriestrategie enthält weitere sinnvolle Maßnahmen
zur Belebung des Wirtschaftsstandortes. Die Bundesregierung ist
aufgefordert, diese rasch umzusetzen. Je länger sich die Umsetzung
ziert, desto mehr fehlen Planungssicherheit und ein positiver
Ausblick für die Unternehmen,“ hält Neumayer fest.