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„kulturMONTAG“: Filmfestspiele von Venedig, Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und neue Direktorin für Theater in der Josefstadt

Wien (OTS) – Der von Peter Schneeberger präsentierte „kulturMONTAG“
am 7.
September 2026 um 22.30 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON blickt anlässlich
der 83. Filmfestspiele nach Venedig, wo es bereits im Vorfeld Kritik
an der Frauenquote beim diesjährigen Festival gab, sowie einen Tag
nach der dortigen Landtagswahl nach Sachsen-Anhalt und zu den Plänen
der AfD für den Kulturbereich. Im Fokus stehen außerdem die neue
Direktorin des Theaters in der Josefstadt Marie Rötzer und das
Programm ihrer ersten Spielzeit. Anschließend an das Magazin geht das
neue, 30-minütige Format „Österreichs immaterielles Kulturerbe“ (
23.15 Uhr) an den Start, das sich lebendigen Traditionen widmet, die
an nachfolgende Generationen weitergegeben werden. Die Auftaktfolge
handelt „Von Freuden und Taumel“.

Neues von alten Bekannten – warum Männer die Filmfestspiele von
Venedig dominieren

Die 83. Filmfestspiele von Venedig warten mit neuen Filmen
bekannter Regisseure auf, darunter Werner Herzog, Martin McDonagh,
Lee Chang-Dong und Danny Boyle. Zwei Preisträger stehen schon vorab
fest: die Goldenen Löwen für das Lebenswerk bekommen dieses Jahr die
Schauspielerin Ellen Burstyn sowie Schauspieler, Regisseur und
Produzent George Clooney. Wenig vertreten im heurigen Wettbewerb ist
Hollywood und viel Kritik gibt es im Vorfeld an der Frauenquote: von
den zuerst geplanten 20 Wettbewerbsbeiträgen stammt nur einer von
einer Frau. Durch die Nachnominierung der Dokumentation „Naza“ des
Regie-Duos Yuval Abraham und Rachel Szor verbesserte sich das
Geschlechterverhältnis geringfügig. Auch die diesjährige Jury-
Präsidentin Maggie Gyllenhaal kritisierte die Einladungspolitik und
sprach bei der Festivaleröffnung von einem systemischen Problem – es
sei für Frauen viel schwieriger die Finanzierung für ihre Filme zu
bekommen. Festivaldirektor Alberto Barbera begründete die
Entscheidung mit der mangelhaften Qualität der eingereichten
weiblichen Beiträge. ORF-Filmexperte Christian Konrad und ORF-
Filmexpertin Tiziana Arico berichten für den „kulturMONTAG“ über die
Debatte, vor allem aber über spannende neue Filme.

Kulturkampf in Sachsen-Anhalt – was die AfD für die Kultur plant

Einen Tag nach den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, wo der AfD
Rekordergebnisse prophezeit werden, analysiert der „kulturMONTAG“,
welche Auswirkungen eine mögliche Regierungsbeteiligung der als
„gesichert rechtsextrem“ eingestuften Partei haben könnte. Das
Kulturprogramm der AfD sieht vor, nur noch patriotische Kultur zu
fördern. Wie reagieren renommierte Kulturinstitutionen auf diese
Ankündigung? Im Interview: AfD-Politiker Hans-Thomas Tillschneider,
die Direktorin des Bauhaus Dessau Barbara Schneider, deren
weltbekanntes Museum die AfD als „Irrweg der Moderne“ bezeichnet,
sowie die Leiter:innen des Theaters Magdeburg und des Kunstmuseums
Moritzburg. ORF-Korrespondent Andreas Pfeifer mit einer Reportage für
den „kulturMONTAG“.

Die Neue in der Josefstadt – Wie Marie Rötzer das Traditionshaus
leiten will

Marie Rötzer heißt die neue Direktorin des Theaters in der
Josefstadt und sie eröffnet ihre erste Spielzeit mit zwei
Produktionen, die viel über das zukünftige Programm der „Neuen“
sagen: im Haupthaus zeigt sie die „Komödie der Verführung“ von Arthur
Schnitzler, es inszeniert die ungarische Regisseurin Ildikó Gáspár.
In den Kammerspielen steht Peter Turrinis „Der tollste Tag“ in der
Regie von Anna Stiepani auf dem Programm. Rötzer setzt also auf
österreichische Theaterliteratur, starke Ensemblestücke und weibliche
Regisseurinnen. Die gebürtige Mistelbacherin Marie Rötzer ist die
erste Frau an der Spitze des traditionsreichen Hauses, davor hat sie
zehn Jahre lang höchst erfolgreich das Niederösterreichische
Landestheater St. Pölten geleitet. Der „kulturMONTAG“ liefert einen
ersten Einblick in die neue Ära.

Dokumentation „Österreichs immaterielles Kulturerbe – Von Freuden
und Taumel“ (23.15 Uhr)

In der neuen, vom ORF koproduzierten Dokureihe über „Österreichs
immaterielles Kulturerbe“ stellt Regisseurin Alexandra Venier in
jeder Folge drei Traditionen vor, die bis heute das kulturelle Leben
ihrer Regionen prägen. Die Auftaktepisode widmet sich der Wiener
Heurigenkultur, dem Kranzelreiten zu Weitensfeld in Kärnten und der
Stinatzer Hochzeit im Burgenland. Die Wiener Heurigen sind weit mehr
als Orte des Weingenusses: Sie bewahren eine jahrhundertealte Kultur
des Zusammenkommens, des Musizierens sowie des Austausches und tragen
gleichzeitig zum Erhalt der Wiener Weinlandschaft bei. In Weitensfeld
in Kärnten erzählt das traditionsreiche Kranzelreiten von einer
lokalen Legende aus dem 16. Jahrhundert. Der festliche Wettkampf, an
dem zahlreiche Vereine und die Bevölkerung beteiligt sind, zählt bis
heute zu den wichtigsten gemeinschaftlichen Ereignissen der Region.
Die charakteristischen Elemente der Stinatzer Hochzeit wurden von den
burgenländischen Kroatinnen und Kroaten bei ihrer Ansiedlung im 16.
Jahrhundert mitgebracht und sind bis heute Ausdruck gelebter
transkultureller Beziehungen. Dazu gehören der Stinatzer Dialekt,
eigene Volkslieder, traditionelle Handwerkstechniken sowie die
Herstellung der lokalen Hochzeitstracht. Der Brauch macht die
kulturelle Identität der kroatischen Volksgruppe im Burgenland
sichtbar und lebendig.