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Grünwidl-Predigtzitat zum „positiven Spruch des Jahres“ gekürt

Wien (OTS) – Der designierte Wiener Erzbischof Josef Grünwidl steht
heuer im
Mittelpunkt auch der sprachwissenschaftlichen Jahresbilanz: Sein Satz
„Nur wer innerlich brennt, kann leuchten“ wurde von der Gesellschaft
für Österreichisches Deutsch (GSÖD) zum positiven Spruch des Jahres
2025 gekürt, geht aus einem Bericht der Austria Presseagentur vom
Donnerstag hervor.

Der Ausspruch stammt aus einer Predigt Grünwidls noch vor seiner
Ernennung zum Erzbischof durch den Papst. In der Karwoche hatte der
Apostolische Administrator der Erzdiözese Wien mit diesem Satz im
Stephansdom die zur Chrisammesse versammelten Priester aufgerufen,
ihre Berufung mit innerer Überzeugung und Leidenschaft zu leben. Sie
sollten „Priester mit Leib und Seele“ sein und andere Menschen zu
einer lebendigen Beziehung zu Jesus Christus verhelfen. Der Satz fand
weit über den liturgischen Anlass hinaus Resonanz.

Kickls Kirchen-Attacke

Auch der negative Spruch des Jahres hat direkten Kirchenbezug:
„Wir schieben ihn ab, wenn er aus seinen Klostermauern kommt“, eine
Attacke von FPÖ-Obmann Herbert Kickl auf den Salzburger Erzbischof
Franz Lackner, setzte sich in der Abstimmung durch. Hintergrund war
eine frühere Auseinandersetzung zwischen Lackner und Kickl in dessen
Zeit als Innenminister um einen pakistanischen Flüchtling, der in
einem Salzburger Kloster Zuflucht gesucht hatte. Bei seiner
diesjährigen Erwähnung des Falles habe Kickl auf Lackners Warnung
reagiert, Religion parteipolitisch zu instrumentalisieren, so die
GSÖD-Jury. Bereits im Jahr davor hatte Kickl mit einer Abwandlung des
Vaterunsers („Euer Wille geschehe“) die Negativwertung angeführt.

Zum österreichischen Wort des Jahres 2025 wählten mehr als 28.000
Teilnehmende den medialen Wanderstar Elch Emil. Bei der Wahl der drei
Worte war das omnipräsente Jugendwort „6 7 (six seven)“ mit 50
Prozent der eindeutigste Sieger. Aufgrund der erfolgreichen WM-
Qualifikation des österreichischen Fußball-Nationalteams vergab die
Jury heuer zusätzlich einen Sonderpreis: den „jurygewählten Spruch
des Jahres“ „Das Crazy Oida“, ein Jubel-Slogan auf einem Teamplakat,
der erst nach Beginn der Abstimmung bekannt wurde.

Der ungewöhnlich hohe Andrang bei der Teilnahme führte laut GSÖD
zu insgesamt 135.351 abgegebenen Stimmen in fünf Kategorien, was ein
bisheriger Teilnahmerekord ist.

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